Gamescom Köln: I´m too old for this stuff


breakingnews Da freut man sich richtig, dass die Gamescom dieses Jahr gerade mal einen Steinwurf von der eigenen Haustür entfernt ist und dann folgt die große Erkenntnis, wenn man erstmal drinnen ist: Bin ich wirklich schon zu alt, war das alles mal anders, man ist das laut hier, ich will mich hinsetzen!

Na ja, alles mal der Reihe nach. Die Anfahrt war wirklich nett: Mit der nicht überfüllten S-Bahn wurde ich direkt bis vor den Messe-Eingang gefahren und kam auch ohne weiteres Anstehen an meine Karte und konnte mich so schnell in´s Getümmel stürzen. Berichte, dass der Südeingang am Samstag wegen Überfüllung geschlossen worden ist, machten mich vor der Hinfahrt ein wenig ängstlich, dass ich mich mit kleinen 16jährigen um den Einlass prügeln müsste. Aber das ging alles glatt – dafür kam die Enttäuschung in den Hallen.

Besteht denn die ganze Computer- und Videospielwelt nur aus Guitar Hero und Konsorten! Argh! Der Mainstream ist ganz klar in die Welt der Nerds und Geeks eingedrungen. Trend sind Nicht-Spiele wie “Mandy macht sich die Haare schön” für das DSI oder “Rockband: Willdecker Herzbuben” für alle anderen Konsolen (oder so…). Daneben bieten noch alle Zubehörhersteller lizenzierte Gitarren, Bongotrommeln und Wii-Peripherie-Schnellkochtöpfe an, was natürlich wiederum bedeutet, dass auch an diesen Ständen auf kleinen Bühnen ihr können mit diesen Instrumenten unter Beweis stellen. Das waren also gefühlte 60 Prozent der Messe.

So schleppen sich also die müden Knochen durch die lauten Gänge, um Spiele zu sehen, die einen dann doch interessieren und findet… nichts. Alle neuen Spiele versteckten sich hinter großen Holzverschlägen und davor drängten sich die nach Neuigkeiten lechzenden Gamer in langen, langen Schlangen. Was es da drin gab, wusste man trotzdem nicht. Das Verhalten erinnerte eher an eine Aussage aus einer Simpsons-Folge: “Was gibt es am Ende der Schlange?” “Keine Ahnung, aber, wenn so viele Leute anstehen, muss es gut sein!”

Doch im Endeffekt musste ich mir das Anstehen dann doch antun, um wenigstens ein- oder zweimal Hand an nette Spiele zu legen. Nur einmal bekamen wir von einem interessanten Game eine Präsentation mit: Die Entwickler von Piranha Bytes stellten Risen vor, aber dazu später mehr in dem folgenden Artikel. Also war man doch gezwungen ein Stündchen anzustehen, um 20 Minuten zu spielen. Ok, das Ansteh/Spaß-Verhältnis ist in manchen Freizeitparks auch nicht besser.

Werde ich der Gamescon nächstes mal noch einen Besuch abstatten. Nur unter einer Bedingung: Dass ich mich als Freier Journalist früher akkreditiere und mit den Fachbesuchern die Messe besuchen kann. Aber mit dem normalen Fußvolk ist das echt zu anstrengend. Pöbel, in den Staub!

PS: Das Essen beim Chinesen war wunderbar und nicht zu teuer. Dafür das trinken. Wenigstens konnte ich einmal Capri-Sonne, einen Energy-Drink und eine Banane von diversen Ständen abzocken. Abgreifermentalität!

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